Rund 200 Besucher setzten im Bürgersaal ein Zeichen für Demokratie

Bürger der Gemeinde Wilhelmsdorf zeigten am Mittwoch, 21. Januar 2026, eindrucksvoll Flagge. In Zeiten wachsender Verunsicherung und politischer Polarisierung suchten rund 200 Menschen im Wilhelmsdorfer Bürgersaal nicht die schnelle Antwort, sondern das Gespräch. Eingeladen hatte ein breites lokales Bündnis, das Demokratie stärken und Menschenwürde verteidigen will. Gesetzt wurde ein gemeinsames Zeichen für Demokratie, Menschenwürde und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Unter dem Motto „Demokratie stärken – Menschenwürde verteidigen“ hatten neun Wilhelmsdorfer Vereine und Organisationen zu einer politischen Bildungs- und Diskussionsveranstaltung eingeladen – unterstützt von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg.

Das Bündnis, das in dieser Breite erstmals öffentlich auftrat, vereint ganz unterschiedliche Akteure aus der Gemeinde: vom Förderverein Miteinander–Füreinander über Kulturverein, Landfrauen, Sportverein, soziale Einrichtungen bis hin zu kirchlichen und pädagogischen Trägern. In der Eröffnung wurde deutlich: Demokratie sei keine Selbstverständlichkeit, sondern lebe vom Engagement vor Ort, vom Dialog und vom Widerspruch gegen Ausgrenzung und Intoleranz.

 Höhepunkt des Abends war der Vortrag von Professor Dr. Rolf Frankenberger vom Institut für Rechtsextremismusforschung der Universität Tübingen. Unter dem Titel „Wie wollen wir zusammenleben? Und wie können wir das organisieren?“ spannte der Politikwissenschaftler einen weiten Bogen von den Grundlagen liberaler Demokratie bis zu aktuellen gesellschaftlichen Spannungen. Frankenberger machte deutlich, dass demokratische Gesellschaften auf Aushandlung, Kompromissfähigkeit und gegenseitige Anerkennung angewiesen sind – gerade in Zeiten von Verunsicherung und Polarisierung. Er betonte, wie wichtig es sei, demokratiefeindlichen und menschenverachtenden Positionen nicht auszuweichen, sondern ihnen argumentativ, sachlich und mit Haltung zu begegnen. Demokratie, so seine zentrale Botschaft, brauche keine Lautstärke, sondern Standfestigkeit, Wissen und Zivilcourage.

Auch der historische Rückblick spielte eine Rolle: Der Verweis auf die Zeit ab 1933 mahnte, wie gefährlich Gleichgültigkeit und Wegsehen sein können. Demokratie müsse aktiv verteidigt werden – im Alltag, im Gespräch, im Ehrenamt und nicht zuletzt bei Wahlen.

Die anschließende Diskussionsrunde, moderiert von Eva Maria Armbruster, war lebendig und respektvoll. Fragen aus dem Publikum drehten sich um den Umgang mit „rechten Ansichten“, um Unsicherheiten im persönlichen Umfeld und um die Frage, wie demokratische Werte im lokalen Miteinander gestärkt werden können. Auffällig: Es wurde engagiert, aber sachlich diskutiert – ohne Provokationen, ohne Schlagworte, ohne Krawall.

Mehrfach wurde betont, dass es nicht um Ausgrenzung gehe, sondern um klare Grenzen dort, wo Menschenwürde und Grundrechte infrage gestellt werden. Zustimmung fand die Einschätzung, dass Haltung zeigen nicht spalten müsse, sondern Orientierung geben könne.

Zum Abschluss dankte Rose-Marie Duelli vom Bündnis den Mitwirkenden, der Gemeinde für die Unterstützung sowie der Landeszentrale für politische Bildung für die unbürokratische Hilfe. Dabei nannte sie ausdrücklich auch Daniel Oppold, zweiter stellvertretender Bürgermeister, für seine unterstützenden Aussagen. Gleichzeitig wurde deutlich gemacht: Das Bündnis versteht sich als offene Plattform. Weitere Vereine, Initiativen und engagierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich anzuschließen.

Mit Blick auf kommende politische Entscheidungen, insbesondere die Landtagswahl am 8. März, wurde der Abend als Ermutigung verstanden, die eigene Stimme zu nutzen – für Demokratie, Freiheit und Menschenwürde, hier in Wilhelmsdorf und darüber hinaus. Bündnis Demokratie stärken 

Die Mitglieder vom BÜNDNIS DEMOKRATIE STÄRKEN

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